Ehrwürdige Geschichte


Giga Karte: Hövelhof um 1620

In historischen Abhandlungen wird Der Ramselhof als Unterramselhof bezeichnet. Er gehört zu den vier ältesten Höfen im Hövelhofer Ortsteil Riege:

  • Vollmeierhof Bredemeier (Brökelmann)
  • Halbmeierhof Oberramselhof (auch Osterramsel, Bultmann)
  • Halbmeierhof Unterramselhof (auch Westerramsel, Henkemeyer, Der Ramselhof)
  • Halbmeierhof Furlhof (Furlmeier)

Die erste urkundliche Erwähnung der beiden Ramselhöfe findet sich in den Ämterrechnungen der Öster-Bauerschaft von 1584. Schon auf der Gigakarte[3] von 1620 sind die Ramselhöfe verzeichnet. In [2] wird vermutet, dass die Ramselhöfe schon vor 800 bestanden haben.


Das prächtige Haupthaus des Unterramselhofes wurde im Jahre 1753 errichtet. Es trägt die Inschrift

  • O Gott behüt doch dieses Hausz. Alles Unglück treib auch darausz. Für Feuer und Brand auch Donnerschlag bewahr dies Hausz doch Tag und Nacht. Im Nahmen der aller heiligsten Dreyfalltigkeit hat lasen bauen Henrich Unter Ramsel Meyer und Anna Maria Elisabeth Beinelmeyer. Miohan Stefensm. Anno 1753 den 3 Julius.

Erst 1948 wurde der ehemalige Schweinestall östlich neben dem Haupthaus im gleichen Baustil erbaut. Der Stall trägt die Inschrift: 

  • Im Jahre des Heiles 1948 erbaut durch die Eheleute Ferdinand Henkemeyer und Angela geb. Furlmeyer.
  • Lass in diesem Stalle das Vieh o Herr geborgen sein. Segen komme über alle Tiere gross und klein.

Inschrift im Torbogen Haupthaus

Inschrift Schweinestall


Reinhard Henkemeyer (1922-2016)

1881 gelangte der Unterramselhof durch Erbschaft in den Besitz der Familie Henkemeyer und blieb 135 Jahre im Familienbesitz. Der letzte Eigentümer Reinhard Henkemeyer übernahm 1957 den Hof von seinen Eltern. Er bewirtschaftete den Hof mit seiner Frau Paula (geb. Borgschulte) zunächst mit den Hauptbetriebszweigen Milchviehhaltung, Schweinemast und Forstwirtschaft. Später erweiterte er den Betrieb durch zwei Hühnerställe zur Eier-Produktion. Neuen Herausforderungen immer aufgeschlossen stellte er den Betrieb in den 1980er Jahren komplett um auf Obst- und Gemüsebau: Erdbeeren, Himbeeren, Spargel und Porree. In dieser Zeit etablierte er die Marke „Der Ramselhof“. Aus Altersgründen gab er 2000 die eigenständige Landwirtschaft auf und verpachtete die landwirtschaftlichen Flächen. Um die Gebäude weiter mit Leben zu füllen, wurde die Idee geboren die Deele des Haupthauses für Festlichkeiten zu nutzen. Diesen aufwändigen Umbau hat Reinhard Henkemeyer mit viel Liebe zum Detail vorangetrieben.


Quellen

[1] Johannes Buschmeier: Straßen und Wege in Hövelhof, 1995 Bonifatius Verlag Paderborn, dort Kapitel „Ramselstraße“, URL = http://gisportal.gkdpb.de/webdaten/internet/Hoevelhof/pdf/Ramselstrasse.ppd

[2] Elisabeth Bertelsmeier: Die Siedlungsräume des Delbrücker Landes - Grundlegung und Erschließung, in Geographische Kommission für Westfalen: Westfalen und Niederdeutschland. Festschrift 40 Jahre Geographische Kommission für Westfalen. Band I Beiträge zur speziellen Landesforschung. 1977 Münster, URL = https://www.lwl.org/geko-download/Spieker/Spieker_25_I/11_Delbrueck.pdf

[3] Johannes Gigas (1582–1637) Karte von 1620, URL = https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10300500